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#016 – Die Monster Uni

Ich mag Animationsfilme sehr gerne. Und unter all den Pixar-, Zeichentrick, Kinder- oder Familienfilmen stechen dann immer wieder ein paar besondere Filme hervor, deren Geschichte, Figuren oder Animationsstil sich vom Rest abheben. Ich denke da zum Beispiel an Oben, Rango oder Das große Rennen von Belleville. Die Monster Uni (USA, 2013) ist leider keiner davon.

Über zehn Jahre nach dem Erfolg von Die Monster AG erzählt Die Monster Uni nun die Vorgeschichte der beiden Hauptfiguren Mike Glotzkowski und James Sullivan. Nett an der Geschichte ist, dass beide zunächst alles andere als Freunde sind. Sullivan ist der große, von Natur aus schrecklich aussehende Nachkomme einer bekannten Schrecker-Familie. Mike hingegen ist ein nicht sehr gruseliges Monster, dass sein Aussehen durch strebsames Lernen aller Schrecktheorien aufholen muss. Beide nehmen gezwungenermaßen im Team der niedlichen Außenseiter an den großen Schreckspielen der Universität teil und müssen sich nun als Team aneinander gewöhnen.

Abgesehen von der Tatsache, dass die große Freundschaft aus Die Monster AG nicht so glatt beginnt, wie vielleicht angenommen, ist die Geschichte kein bisschen überraschend. Alles verläuft nach Schema Kinderfilm/Pixar/Hollywood und ist daher streckenweise eher öde. Lediglich die letzten zwanzig Minuten sind dann doch etwas ansprechender, da die Verknüpfung zu Die Monster AG doch etwas kreativer geknüpft wird, als man es über den restlichen Film erwartet hatte.

Aber insgesamt ist es einfach durch und durch ein Kinderfilm. Vielleicht lag der Versuch darin, die Kinder und jungen Zuschauer von damals (Die Monster AG, 2001) abzuholen, indem man nun die Universität als Schauplatz verwendet. Aber das alleine reicht eben nicht. Abgesehen von den wenig kreativen Anspielungen an Uni-Klischees, wie die Coolen versus die Streber, die Gitarre spielenden Hippies, die politischen Aktivisten usw., gibt es keine Metaebene, auf der man als Erwachsener noch ein wenig zusätzlichen Spaß haben könnte. Ich erinnere mich beispielsweise gerne an den Film Rango, der neben der kindgerechten Geschichte regelmäßig Bildzitate und andere Verweise aus Filmen für Erwachsene wie Fear and Loathing in Las Vegas oder Apocalypse Now einstreut, um seinem erwachsenes Publikum kleine extra Lacher zu gönnen. Auch auf der technischen Seite tut der Film nicht mehr, als er muss. Die Animationen, der Sound – alles ist in Ordnung, aber eben nicht mehr.

 

Fazit:

Ein böses Fazit wäre zu sagen, dass so etwas zu erwarten war, da Regisseur Dan Sanlon gerne mal an mittelmäßigen Fortsetzungen klassischer Disneyfilme beteiligt ist (Arielle, die Meerjungfrau 2 oder 101 Dalmatiner 2). Wer – so wie ich – hin und wieder gerne ein bisschen Zeit im Disney/Pixar-Universum verbringt, der kann sich Die Monster Uni an einem langweiligen Regentag durchaus anschauen und wird über akzeptable 104 Minuten durchaus auch unterhalten. Der Film ist jedoch ein Kinderfilm mit ziemlich vorhersehbarer, gradliniger Handlung, der sich zu sehr auf dem Erfolg seines Vorgängers ausruht. Wer also kein Kind mehr ist, aber zwölf Jahre nach Die Monster AG noch nette Erinnerungen an den Film hat, wird wohl eher enttäuscht.

(2,5 / 5)

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